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Maria’s kraftvolle Geburt voller Vertrauen im Krankenhaus

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, gegen 1 Uhr, platzte meine Fruchtblase. Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei – es konnte ja trotzdem noch lange dauern. Aber innerlich freute ich mich. Die Tage zuvor hatte ich schon das Gefühl gehabt, dass es bald losgehen würde. Ich war ungewöhnlich müde, als würde mein Körper sich vorbereiten, und beim Gehen spürte ich immer wieder einen Druck nach unten. Als ich mich nach dem Fruchtwasserabgang wieder hinlegte, merkte ich plötzlich ein ungewohntes Ziehen. Erst dachte ich, ich liege einfach unbequem. Doch nach einer halben Stunde wurde mir klar: Das sind Wehen. Anfangs fühlten sie sich stark an, aber sobald ich meine Kopfhörer mit Entspannungsmusik aufsetzte, konnte ich sie besser verarbeiten. Ich begann, die Wehen im Stehen zu veratmen und aktiv nach unten zu drücken. Dann lud ich eine Wehen-App herunter, um die Abstände zu messen – und siehe da, sie kamen bereits alle zwölf bis zehn Minuten. Immer wieder legte ich mich hin, döste kurz ein, stand auf, atmete die nächste Welle herunter. Gegen vier oder fünf Uhr morgens schrieb ich Steffi, dass die Wehen häufiger wurden. Und tatsächlich – um sechs Uhr kamen sie alle fünf bis sechs Minuten. Ich hatte das Gefühl, die Zeit vergeht wie im Flug. Steffi kam, um mich abzuholen, und wir fuhren ins Krankenhaus. Es war ein Sonntagmorgen, und normalerweise gibt es dort kaum Parkplätze – doch wir fanden sofort einen. Ein kleines Segensgeschenk mitten in der Intensität des Geschehens.

Die Hebammen nahmen uns in Empfang und brachten uns erst in einen kleineren Kreißsaal, da die anderen belegt waren. Ich wusste, dass ich ins Wasser wollte, und sie machten alles bereit. Das warme Wasser half mir sehr – ich war ruhiger, entspannter und konnte mich ganz auf die Wehen konzentrieren. Steffi war da, kümmerte sich um alles, trug meine Taschen, gab mir Halt. Das war so wichtig für mich.


Die Wehen wurden stärker, doch ich war in meiner eigenen Welt. Die Musik lief weiter, ich ließ mich treiben, und die Zeit wurde unwichtig. Doch dann kam der Moment, an dem ich das Gefühl hatte, ich komme nicht weiter. Eine Verzweiflung überkam mich. Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Und ja, da war auch das Gefühl, dass ich schöpfe – dass ich nicht mehr kann.


Die bekannte ÜBERGANGSPHASE:

(Das Gefühl an die Grenze zu kommen und keine Kraft mehr zu haben. Kurz bevor das Baby kommt)


Ich stieg aus dem Wasser und sagte, dass ich jetzt doch etwas zur Unterstützung brauche. Die Hebammen fragten, ob sie den Muttermund untersuchen sollten – ich stimmte zu.


Und dann sagten sie: „Der Muttermund ist komplett offen, das Baby ist gleich da.“ Aber in dem Moment konnte ich das gar nicht wirklich aufnehmen. Ich wollte mich einfach nur kurz ausruhen.

Ich bat um eine PDA, doch die Hebamme schien nicht begeistert. Sie musste mir eine Kanüle legen, doch sie stach zweimal daneben. Ich fragte, ob jemand anderes es machen könnte. Sie verschwand, und für eine Weile kam niemand.

Währenddessen wurden die Presswehen immer stärker. Ich konnte nicht mehr stillhalten, ging auf den Boden in die Vierfüßlerstand. Es war heftig. Die Hebammen kamen schließlich zurück, langsam, fast gemütlich, doch es war längst soweit. Ich hörte sie sagen: „Bis der Anästhesist kommt, ist das Baby schon da.“


Dann kam der Punkt, an dem ich einfach keine Wahl mehr hatte. Die Wehen waren so stark, dass ich mich komplett hingeben musste. Ich erinnere mich, dass Steffi mir sagte, ich könne mich aufrichten, damit sie mich halten kann, falls ich das möchte. Aber ich wollte nicht, in dem Moment wollte ich mich nur zusammenkrümmen.

Und dann sagte mir jemand: „Du hast die Kraft!“

In dem Moment fühlte ich mich wachgerüttelt. Habe ich wirklich die Kraft? Und plötzlich, in einer Wehen-Pause, war da eine tiefe Ruhe. Ich fühlte mich so, als hätte mich Gott selbst in diesem Moment umarmt und mir neue Kraft geschenkt. Diese kurze Pause fühlte sich an, als hätte ich in wenigen Minuten unglaublich viel Erholung bekommen.


Dann kam die nächste Welle. Ich ließ mich einfach darauf ein. Ich wusste, jetzt geht es nicht mehr um Nachdenken – es passiert einfach. Nach zwei Presswehen war meine kleine Maus da.

Die Erleichterung war riesig. Doch meine Freude war dann vollkommen, als kurz darauf auch die Plazenta geboren war. Sie ließen die Nabelschnur aus pulsieren, und dann wurde sie durchtrennt. Und dann hatte ich sie endlich in meinen Armen.


Ich war so dankbar.

Und dann kam dieser Moment, der mich doch ein wenig stolz gemacht hat. Die Ärztin fragte die Hebamme, welche Schmerzmittel ich bekommen hätte. Und die Hebamme antwortete: „Sie hatte keine, das ist ein hebammengeleiteter Kreißsaal.“

In dem Moment wusste ich: Ich habe es wirklich geschafft – ohne medizinischen Schnickschnack, nur mit meiner eigenen Kraft, mit meinem Körper, mit Gott an meiner Seite.


Ich hab es geschafft!